Finanzielle Freiheit – meine Motivation

By | Januar 28, 2020

Finanzielle Freiheit – meine Motivation

Ich finde es immer spannend und interessant Gedankengänge zu lesen, wenn jemand eine Gegenteilige Meinung hat, so auch bezüglich der finanziellen Freiheit.  Kürzlich habe ich folgende Kritik am Konstrukt der finanziellen gelesen:

Seit einiger Zeit wir eine neue Sau durchs Internet getrieben: Die sogenannte „finanzielle Freiheit“. Vor allem Finanzblogger werden nicht müde, dieses hypothetische Konstrukt zu propagieren. Dabei zweckentfremden sie gerne spezifische Bereiche des Minimalismus.

Ich lasse diese Worte einfach mal so stehen und gehe meinen Bewegründen nach.

Gründe für die Finanzielle Freiheit

Es gibt eine Menge Gründe aktiv und bewusst finanziell frei werden zu wollen. Diese sind wohl so individuell wie jeder einzelne Mensch es ist.

Wieso überhaupt finanziell unabhängig werden?

Mein Auslöser, sozusagen mein Trigger Punkt, war im Dezember 2019. Ich genoss gerade meine Zeit in Costa Rica mit meiner Freundin. Du fragst dich vielleicht, oh Mann wie geht das? Ihr lebt so weit auseinander! Ja, glaube mir, es ist noch viel komplizierter. Gerne würde ich mit Ihr zusammen in der Schweiz leben, aber aus diversen Gründen geht dies aktuell nicht. Für mich kommt eine Auswanderung nach Costa Rica auch nicht in Frage, mein grösster Hinderungsgrund sind wohl die Finanzen. Das Arbeitsrecht von Costa Rica kennt einen recht starken Inländervorrang, so dass es für Ausländer sehr schwierig ist einen Job zu ergattern. Daher wird es wohl kurz oder mittelfristig bei einer Fernbeziehung bleiben. Zurück zur Frage, was war mein ahaa Erlebnis?

Ich habe gesehen mit welch bescheidenen finanziellen Mitteln Sie ihre Familie durchbringt und grundsätzlich glücklich ist. Den grössten Stress in Ihrem Leben hat Sie wegen Geldsorgen. Diese Abhängigkeit zu den Vätern zu sehen, war nicht einfach für mich. Irgendwann hab ich mich richtig schlecht gefühlt. Mich zu erinnern, wie ich Geld aus dem Fenster rausgeschmissen habe ohne jeglichen Mehrwert, ausser vielleicht einem sehr kurzfristigen Glücksgefühl. Danach war ich dankbar dafür in der Schweiz geboren zu sein und Überhaupt die finanziellen Möglichkeiten meinen Urlaub in Costa Rica zu verbringen. Ich begriff wieder, dass Geld wichtig sein kann.

Was meine ich damit?

Seit meinem ersten 100% Job hatte ich keine Geldsorgen. Ich musste nie auf Preise schauen, konnte Urlaub machen wo ich will und mein Vermögen stieg trotzdem an. Ich war in einer gewissen weise finanziell bereits frei. Natürlich immer unter der Prämisse, dass ich bis 65+ weiterarbeiten werde ohne Gewissheit, dass es das Vorsorgesystem wie es heute ausgestaltet ist und in das ich einzahle, in so vielen Jahren noch geben wird.

Geld war also wieder wichtig. Ich begann wieder meine Ausgaben in absoluten und nicht mehr in relativen Zahlen zu sehen.

Was meine ich damit jetzt schon wieder?

Mein Einkommen stieg in den vergangenen Jahren um rund 50%. Meine Ausgaben stiegen etwa im selben Rahmen an. Relativ gesehen ist also alles beim alten gesehen, absolut gesehen hatte ich sogar mehr auf der Seite. Doch wohin ging mein Geld? Ich hatte weder damals noch heute ein Auto. Meine Miete ist heute zwar höher, aber nur weil ich alleine lebe. Schöne und teilweise auch teure Urlaube hab ich mir damals wie auch heute gegönnt. Also wohin floss mein Mehreinkommen? Ganz einfach in völlig sinnlosen Konsum! Ein hoher Betrag ging auch für irgendwelche mobile Games drauf. Mir wird jetzt noch schlecht, wenn ich daran zurückdenke.

Lösung: Sparen

Ja mit dem sparen ist es so eine Sache bei mir, wie ich schon hier beschrieben habe. Sparen ohne jeglichen Zweck oder Ziel macht mich nicht Glücklich. Ich erinnere mich noch gut an letztes Jahr wo meine innere Rechtfertigung für eine sinnlose Ausgabe war, ja wozu brauch ich denn das Geld sonst? Ein Haus brauch ich eigentlich nicht, mir gefällt eine Wohnung zur Miete genauso. Ansonsten sehe ich nicht wie ich mein Vermögen sinnvoll verwenden soll. Ich zahle ja sowieso in die 1. / 2. Und 3. Säule ein und arbeite in einem gut bezahlten Beruf, ich bin also finanziell abgesichert. Kurz gesagt, mehr Ersparnisse haben meinen Gemütszustand nicht gross verbessert oder verschlechtert, es war mir weitestgehend egal.

Lösung: Finanzielle Freiheit

Wäre ich aktuell finanziell frei, dann würde mein Leben anders aussehen. Plakativ ausgedrückt läge ich in Costa Rica unter der Sonne und würde es mit meiner Liebsten gut gehen lassen.
Natürlich kann auch nicht die Zukunft nicht voraussehen, aber egal was passieren wird, mein Streben nach finanzieller Freiheit wird bleiben. Finanzielle Freiheit kann je nachdem auch nur ein zeitweiliger Status und nicht für immer sein, aber er bringt so oder so ein ausgesprochenes Mass an Sicherheit.

Natürlich könnte ich auch jetzt auswandern ohne grosse finanzielle Reserven!

Vielleicht werde ich das auch machen. Aktuell spricht für mich noch zu viel dagegen meine Komfortzone derart zu verlassen. Ich würde mich auch extern abhängig von Ihr machen. Nur schon wenn ich sehe wieviel Stress Geldsorgen ausmachen können, bleibe ich lieber noch ein paar Jahre in der Schweiz. Schlussendlich muss ich das machen, was ich für richtig halte. Finanzielle Freiheit ist wie alles im Leben relativ. Ich könnte beispielsweise nach Costa Rica auswandern, was meine Ausgaben extrem senken würde. Dadurch könnte ich bereits sehr viel früher finanzielle Freiheit erreichen. Schnell zu sein steht bei mir nicht an erster Stelle. Ich kann mir sehr gut vorstellen herumzureisen, Geoarbitrage zu betreiben oder auszuwandern. Aktuell kann ich es mir nicht nur vorstellen, sondern es ist fast meine Idealvorstellung. Tja und vor ein paar Monaten wusste ich nicht wohin mit meinem Geld.

Fazit zur finanziellen Unabhängigkeit

Es zeigt mir einfach wie unterschiedlich die Ideale von Lebensvorstellungen sein können. Ich würde nie behaupten, dass finanzielle Freiheit etwas für jeden ist. Trotzdem finde ich sollte jeder zumindest sich Gedanken darüber machen. Mir ist auch absolut bewusst, dass meine Ersparnisse mehrheitlich von meinem Mehreinkommen rühren und nicht von einem ultra frugalistischem Lebensstiel. Nichtsdestotrotz versuche ich mehr zu Sparen. Mir fällt auch auf, dass ich extrem viele materielle Dinge zu Hause stehen habe, welche ich nicht brauche, ja ich werde sie verkaufen / verschenken. Ich würde mich trotzdem nicht als Minimalist bezeichnen. Ich bin auf dem Weg zu finanzieller Freiheit und einem bewussteren Leben.

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